Vor 20 Jahren kam er nach Bern. Zehn Jahre lang war sein Aufenthalt ungewiss. Heute wirkt der Chemiker Yohannes Berhane, ein Energiebündel aus Eritrea, als Vermittler zwischen der schweizerischen und der eritreischen Kultur.

Er hat für die Eritreer in Bern Kurse für heimatliche Sprache und Kultur (HSK) aufgebaut und eine Fussballmannschaft für junge Eritreer ins Leben gerufen. Er organisiert Übersetzungen Deutsch-Tigrignisch, wenn im Spital oder in der Schule die Verständigung hapert. Er unterrichtet seine Landsleute mit der Referatsreihe «Integration durch Information» über Gesetze, Regeln und Institutionen in der Schweiz. Angehende Kita-Mitarbeiter und Hilfswerke erfahren von ihm Wissenswertes über eritreische Tradition. Yohannes Berhane aus der eritreischen Hauptstadt Asmara geht die Arbeit nicht aus.

Seit 20 Jahren lebt er mit seiner Frau Mehret in der Schweiz, die beiden Kinder, heute 11- und 13-jährig, kamen in Bern zur Welt und sprechen mit den Gästen in breitestem Berndeutsch. Mit grossen, schwarzweissen Porträts sind auch die Eltern des Ehepaars im Wohnzimmer präsent. Tafeln in tigrignischer Schrift – ein Alphabet mit 304 Buchstaben – zitieren Segenssprüche aus der eritreisch-orthodoxen Bibel.

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